09.10.2005 - Damen III - Freiberg I
Geschrieben von: Marc Stoll   
Sonntag, den 09. Oktober 2005 um 01:00 Uhr
Vorwort zur Saison

Um es ganz klar auszudrücken: Wir (ich beziehe das über 50% auf mich) sind in den aktiven Spielbereich (Bez.-Klasse) aufgestiegen, mit dem Ziel im 1. Saisonjahr durchzukommen, also sofort den Aufstieg in die Bez.-Liga zu schaffen. Da stehen uns 8 Gegner in der eigenen Staffel III und dann noch mal die Staffelsieger (Relegation Staffel 1,2) im Weg. Ich hatte recherchiert und schätze so die Gegnerschaft ein: (stärkstes Team zuerst gennannt, Textima aussen vor gelassen) 1.Freiberg I 2.Freiberg II 3.CWSV 4.USG I 5.Brand-Erb. 6.Nassau 7.Adelsb. IV (Vetter) 8.Adelsberg/Jug. Freiberg I (2. vom SpJhr. 04/05) hatte letzte Saison nur ein Heimspiel verloren. (außer gegen BezLiga-Aufsteiger Olbernhau)
Um den Leistungsdruck auf meine Mädels nicht unnötig zu erhöhen, wurde dieses Vorwort erst nach dem Freiberg-I-Spiel veröffentlicht!

Auswärts gegen 1.VV Freiberg I

Diesmal waren fast alle Mädels an Bord, außer Conny (krank) und Phia (hat immer noch einen Golf-Arm). Freiberg I hatte zuerst den Bezirksliga-Absteiger ESV Nassau zu Gast, welcher mit 3:1 nach Hause geschickt wurde. Mit diesem Schwung kamen die Freibergerinnnen in das 2. Spiel: 1. Satz: Es gab die bewährte Aufstellung wie beim Spiel gegen Freiberg II, d.h. Michi Zuspiel, Sandy I spielte für Conny. Es gab zu Satzbeginn keinen "Fehlstart". Relativ stabil konnten die Mädels mithalten, ohne aber selbst Akzente zu setzen. Ab 5:5 kam es zu einer Erfolgsserie (10:5) der Freiberger. Das reichte aus, um die Tex-Girls nervös zu machen und aus der Bahn zu werfen. Freiberg spielte mit dem Vorsprung im Rücken selbstbewußt-agressiv den Satz mit 25:10 zu Ende, eine Gegenwehr gab es nicht, die alten "Tex-Macken" waren wieder da.
2. Satz: Jetzt machte sich bei den Mädels die Empörung Luft: "So schlecht sind wir doch nicht, denen zeigen wir es jetzt, wir können doch viel mehr!" Und genau das machten sie! Schon mit 4:2 konnten sich die Mädels einen kleinen Vorsprung erarbeiten. Ich hielt stets die Luft an, denn wenn durch einfache Fehler dieser knappe Vorsprung verspielt würde, dann kommt es wieder zu Instabilitäten. Es blieb bis zum 16:14 knapp, dann Vorteile für uns. Zum Satzende konnte man sogar noch zum 25:21 ausbauen. Es war ein spielerisch hochwertiger Satz, von beiden Mannschaften. Ich hoffte, dass diese "Normalform" anhielt.
3. Satz: Ojeh - Fehlstart mit 0:6! Aufholen bis 13:17. Alte VB-Regel: Bei gleichstarken Mannschaften reicht ein Vorsprung aus, um zu gewinnen (21:25 für Freiberg). Trotz verlorenem Satz war es ein gutes Spiel, ähnlich dem 2. Satz, es gab kaum Einfachfehler, alle Tex-Girls machten stabile Aufschläge. Einziger Nachteil: wir lagen stets hinten.
4. Satz: Jetzt waren starke Nerven gefragt, denn die Tex-Mädels mussten nun unbedingt "den Satz machen", um überhaupt noch eine Chance auf Spielgewinn zu haben. Und es gelang: Man könnte sagen - die Umkehrung von Satz 3 - mit dem Unterschied, dass Freiberg zu Satzbeginn wieder hoch führte (6:2). Beim 8:8 konnten wir überholen und den Vorsprung mit 25:19 ins Ziel bringen.
5. Satz: 5 Sätze - das hatten wir doch erst vor 14 Tagen in Freiberg, sollte das ein Zeichen sein? Die Tex-Girls spielten von Beginn an konzentriert und auf hohem Niveau. Alle Elemente (Annahme, Zuspiel, Angriff, Block) funktionierten stabil. Wer brach nun zuerst weg? Immer nur ein Punkt Unterschied. Das 8:7 zum Satzwechsel machten wir. Alle waren extrem angespannt - nur keine Sch...-Fehler, aber auch keine lappigen Aufschläge, denn Freiberg machte K1-Druck. Sandy II wartete als Ersatz-Zuspieler draußen. Da ich wusste, dass sie gute, druckvolle Aufschläge kann, hatte ich sie schon mal vorinformiert und warmmachen lassen. Carina wäre nun nervös zum Aufschlag gegangen, aber ich spekulierte mit Sandy II und wechselte sie fürs Aufschlagen ein. Der Erste war drüben, kam nicht zurück.. Der Zweite .. Der Dritte.. Die Freibergerinnen wurden völlig nervös und verloren die Kontrolle über ihr Spiel. Sensationell: 14:7 - dann erst konnte Freiberg punkten. Jule machte wieder den Matchball - 15:8. Hurra, Hurra, Hurra ! - Was für ein Spiel, was für ein Sieg. Die Emotionen (für Insider): "Tanz im Fischglas!"
Bilanz: - Die Aufschlagquote war wesentlich besser als je zuvor Besonders hervorheben kann man: Michi, Annie, Karla und natürlich SandyII - Das 5-Satz-Spiel kam uns entgegen, mit jedem Satz wurden die Mädels stabiler und besser (Wettkampf-Trainings-Effekt) Lob an Michi: kaum Fehlpässe, aus mäßigen Annahmen gute Zuspiele - Sandy hatte trotz der langen Urlaubs-Pause und dem "Blau-Zeigefinger" nicht geschwächelt und ein stabiles Spiel hingelegt. - ab Satz 4 kam Annie endlich mal aus sich raus, sie holte mit ihren langen Armen schwierige Abwehr-Bälle, vor denen sie vorige Woche noch weggelaufen wäre. - Der Block wurde von Satz zu Satz effektiver (Karla, Annie, Jule, Carina) Ich kann feststellen: Ganz grosses Lob an alle - das war ein ganz wichtiger, richtungsweisender Sieg. Seit Juni 2004 (DM-Endrunde,BFS) wurde nicht wieder so gut und hochwertig gespielt. Die Mädels haben endlich mal zu ihrer Form gefunden, die sie leider die ganze Zeit vorher nicht entfalten konnten. Es sind sogar noch Reserven vorhanden. Ich freue mich schon auf das nächste Punktspiel.

Trainer Joachim
 
 
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