01.11.2008 - Damen I - Lok Engelsdorf
Geschrieben von: Marc Stoll   
Mittwoch, den 05. November 2008 um 12:18 Uhr
Was war das denn?

Schon geraume Zeit vor dem Auswärtsspieltag gegen Engelsdorf - einem Team, welches in den vergangenen Spielzeiten stets im Vorderfeld der Sachsenliga lag und die Reserve der Regionalligamannschaft des Vereins darstellt - deuteten sich Personalprobleme an. Nicht nur, dass die Trainingsbeteiligung, durch Arbeit oder Krankheit bedingt, stetig sank, mussten auch noch gleich drei urlaubsbedingte Ausfälle kompensiert werden. Mit der letzten Trainingseinheit wurde dann klar, dass für das Spiel lediglich das Minimum von sechs Stammspielern aufgeboten werden konnte - zum Glück alle Positionen noch ausreichend. Als "Verletzungsreserve" konnte dankenswerter Weise noch die Anne von der Damen II rekrutiert werden, die vor Ort allerdings nicht zum Einsatz kam (vielleicht braucht man sie ja nochmal an anderen Spieltagen...).
Da spielerisch und moralisch im letzten Punktspiel in Dresden sowie in den Trainingseinheiten der letzten Zeit nicht alles 100%ig lief, war unklar, was uns der Spieltag bringen würde. Von "mit 3:0 siegen" bis "mit 0:3 verlieren" war man auf so ziemlich alles gefasst. Mit der Einstellung, dass man mit einer solchen Rumpftruppe nix zu verlieren hat und daher wenigstens ein spaßiges Spiel bestreiten will, gings also ans Werk.

Die junge Engelsdorfer Mannschaft ging denn - ob des Anblicks unserer riesigen personellen Besetzung - auch schon ab dem Einschlagen recht locker an die Sache. Von Anfang an entwickelte sich ein spannendes Spiel, in dem beide Seiten sowohl mit dem Gegner als auch mit grenzwertigen Entscheidungen der Schiedsrichter zu kämpfen hatten. Der etwas bessere Start von uns (13:7) konnte leider nicht bis in die Endphase gerettet werden. Beim Stande von 20:21 waren die Engelsdorfer wieder bis auf unmittelbare Schlagdistanz herangekommen. Es folgete sehr spannungsgeladene Endphase, in der in 7 Ballwechseln nacheinander die Teams keine Punkte bei eigenem Aufschlag machen konnten. Folglich haben wir den ersten Satzball zum 25:23 verwandelt.
Mit der Freude des Satzgewinns im Rücken gab es zu Beginn des 2. Satzes zunächst mit leichten Vorteilen für uns Chemnitzer (7:6). Bis Mitte des Satzes entstand allerdings ein Rückstand von sage und schreibe 9:17. Nach mehreren unglücklichen Ballwechseln drohte in dieser Phase die Stimmung im Team gerade zu kippen. In einer Auszeit musste denn auch erstmal daran erinnert werden, dass der eigentliche Gegner doch bitte auf der anderen Seite des Netzes steht und nicht im eigenen Team. Schon die folgenden Ballwechsel führten zu einer sichtbaren Steigerung im Team.
Als dann Anne zum Aufschlag kam, wurde Engelsdorf mit eine unvergleichlichen Serie stark unter Druck gesetzt. Die gezielten Aufschläge auf den eher schwachen Libero bzw. in Richtung Pos. 1 ließen keinen brauchbaren Spielaufbau zu. Auch die Versuche des Engelsdorfer Coaches, mit Auszeiten und Wechseln den Rhythmus von Anne zu stören scheiterten. So konnten wir auf 21:19 vorbei ziehen. In der wiederum spannenden und engen Endphase des Satzes hatte Engelsdorf bei 24:25 sogar Satzball, den wir erfolgreich abwehren konnten. Durch den Gewinn der folgenden 2 Punkte konnten wir uns auch Satz 2 sichern und entsprechend länger wurden die Gesichter der Engelsdorfer Mädels.
Auf Satz 3 wurde mit der Warnung eingestimmt, die beiden glücklichen Satzgewinne nicht als Garantie für den Gewinn des Spiels zu halten (der Verlauf des Adelsberg-Spiels, bei dem man sich dann über 5 Sätze quälen musste, ist allen noch präsent). Zunächst ging es wieder ausgeglichen los. In sehenswerten Ballwechseln duellierten sich zwei Teams auf Augenhöhe. Doch ab Mitte des Satzes kristallisierte sich immer mehr heraus, dass Spaß und Spielfreude auf unserer Seite und zunehmende Angst vor einer 0:3 -Klatsche auf Engelsdorfer Seite den Rest des Spiels bestimmen würden. Eine lange Aufschlagserie von Mela ab dem 15:16, einige wuchtige Angriffsschläge von Nadine und eine kämpferische Feldabwehr versetzten den Messestädtern den "Todesstoß" an diesem Tag. Gegen unsere beste Rotation an diesem Tag (Nadine, Anne und Elli im Block; Mela, Fussel und Katja in der Feldverteidigung) hatten die Engelsdorfer nichts mehr entgegenzusetzen. Auch mehrere Wechsel und Auszeiten konnten die Serie nicht mehr brechen. Wir konnten uns 8 Punkte in Folge holen und gewannen den Durchgang schließlich verdient mit 25:17.

Fazit:
Gegen unsere ersatzgeschwächte Mannschaft konnte das junge aber technisch versierte Team von Engelsdorf an diesem Tag in den entscheidenden Phasen nichts ausrichten. Das Spiel zeigte, dass in der Sachsenliga nahezu jedes Team zu schlagen ist, unabhängig davon, ob wir in nomineller "Bestbesetzung" da sind oder nicht. Vielmehr werden die Spiele durch Kampfgeist und Cleverness entschieden. Es ist ein wunderbares Gefühl, dass die Arbeit im Training auf dem Spielfeld belohnt wurde.

Für Tex spielten: Mela, Nadine, Elli, Anne H., Fussel, Katja

... Schmied


 
 
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