12.11.2011 - Herren I - Sachsenklasse - Pflicht und Kür
Geschrieben von: Kevin Brunner   
Montag, den 14. November 2011 um 09:09 Uhr

Pflicht und Kür

Es war ein Spieltag von besonderer Brisanz. Mit Harthau und Reudnitz hatten wir DIE zwei Hausnummern der Liga zu Gast.

Die prall gefüllten Ränge deuteten an, dass wir gegen Harthau im Lokalderby nicht zwingend einen Lautstärke-Heimvoteil haben würden. Vergleiche in längst vergangenen Tagen haben gezeigt, dass dieser Gegner für uns immer ernst zu nehmen sein muss.Obwohl wir noch nie ein Punktspiel gegen sie verloren haben, waren es immer Duelle auf Augenhöhe. Doch genug der Nostalgie. Im ersten Satz begannen aus dem diesmal zwölf Spieler umfassenden Tex-Kader:  Daniel, Henne, Urmännl, Toffi, Sasch, Micha und Kevin als Libero. Wir fanden ordentlich ins Spiel und konnten uns zwischenzeitlich um 4 Punkte auf 9:5 absetzen. Doch dann zeigten wir das Textima-Phänomen. Aus einer vermeintlich sicheren Spielkontrolle gaben wir in einer 5-Punkte-Serie von Harthau  die Führung her und fanden uns auf einmal in der Situation, dem Rückstand (11:12) hinterherlaufen zu müssen. Scheinbar von der Situation geschockt, verloren wir in der Folge immer mehr an Boden. Fehlaufschläge, und kleine Unkonzentriertheiten kosteten uns Punkt um Punkt. Kurze Impulse durch die Einwechslungen von Jenser (15:19) und Torsten (16:22) konnten den Ausgang des Satzes nicht mehr kippen, und wir mussten den ersten Satz (wenn auch widerwillig) mit 20:25 hergeben.

Der Ernst der Lage war damit klar. Die Startaufstellung blieb unverändert. Lediglich die beiden Außen tauschten untereinander. Der Satzbeginn entwickelte sich ausgeglichen. Keiner konnte sich so recht absetzen, aber wir waren schon wieder leicht in Rückstand geraten. Eine schwächere Annahme zugunsten von einer leicht erhöhten Durchschlagskraft in Kauf nehmend, wechselte Elvis daher erneut Torsten ein. Das Konzept ging auf. Die Versuche der Harthauer Aufschlagspieler, eben benannte Schwäche zu nutzen, verendeten meist im Netz oder Aus. In Folge konnten wir eine sichere 2-Punkte-Führung erspielen, woran auch die fast inflationären Wechsel auf Außen und Diagonal bei Harthau nichts ändern konnten. Beim Spielstand von 19:18 kam Urmännl an den Aufschlag. Nächster erwähnenswerter Spielstand: 24:18. Es passte wirklich Alles in dem Moment. Gute Aufschläge, starker Block und bestes K2-Verhalten. Gut, dass wir immer mal Endkampfverhalten trainieren. Wir ließen uns dann natürlich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und brachten unsere Schäfchen mit 25:19 ins Trockene.

Die Marschrichtung war somit klar. Steil nach vorne und Gefangene werden nicht gemacht. Die Aufstellung blieb die Gleiche wie am Ende des vorangegangenen Satzes. Von Anfang an fasste der Block richtig zu, waren Annahme, Abwehr und Zuspiel stabil. Mehr als Rückstand verkürzen war für Hart-Härter-Harthau einfach in diesem Satz nicht drin. Einwechslungen von Jenser und dem schönen Pete zur richtigen Zeit sorgten für die notwendigen Akzente beim Halten der Spannung. Wir beendeten diesen Satz ebenfalls 25:19.

„Bloß nicht schon wieder ein Fünfsatzspiel“ war die Ausgabe für den vierten Satz. Diesen Gedanken fest im Kopf gingen wir aufs Feld. Irgendwie hatte uns aber keiner gesagt, dass der Gedanke allein nicht reichen würde. An der Umsetzung haperte es nämlich gewaltig. Beim 2:7 musste Elvis die erste Auszeit nehmen. Beim 8:12 die Zweite. Zu diesem Zeitpunkt waren Axel und Rübe ins Spiel gekommen und setzten Akzente. Wir rissen uns gehörig am sprichwörtlichen Riemen, kamen auf 11:12 ran und hatten Harthau kurz danach überholt. 17:13 stand es an dieser Stelle. Souverän zu Ende geschaukelt brachten wir es trotz eines Fehlaufschlags beim Matchball auf einen 25:22 Satzendstand.

Pflichtaufgabe also erfüllt und erstmals diese Saison unter 5 Sätzen geblieben. Ein wichtiges Ergebnis und der Mythos, dass Harthau nicht gegen Textima 1 gewinnt hat wieder Nährboden erhalten. Hart-Härter-Harthau… nicht bei Textima! Nichtsdestotrotz war es ein tolles Spiel und es macht immer wieder Freude gegen die Jungs. Nicht zuletzt aufgrund der Derbystimmung und den zahlreichen Fans. An dieser Stelle vielen Dank an Alle Unterstützer der Textima, die sich teils unter Einsatz von Leib und Leben trommelnderweise über die Brüstung geworfen haben um noch mehr Stimmung ins Feld zu tragen.

Nach der Pflicht nun die Kür.

Im zweiten Spiel hatten wir die bisher ungeschlagenen Reudnitzer zu Gast. Eine beeindruckende Bilanz von 3 Siegen ohne Satzverlust sowie das Wissen um die Stärke der Truppe aus der Vorsaison sollten uns eine Warnung sein. Auf der anderen Seite hatte Reudnitz mit uns noch eine Rechnung offen, hatten wir sie doch letzte Saison durch den überraschenden Auswärtssieg den Aufstieg gekostet.

In der Startaufstellung standen Jenser, Urmännl, der schöne Pete, Axel, Henne, Micha und Kevin als Libero. Wir hatten nichts zu verlieren und spielten frei auf, konnten über weite Teile des Satzes mithalten, aber schafften es nicht, entscheidend in Front zu gehen.Reudnitz spielte sich Mitte des Satzes einen 3 Punkte-Vorsprung heraus und behauptete den bis zum Ende. Wir konnten in diesem Satz einfach nicht genügend Druck über Angaben und Angriff machen, um uns für gute Annahmen und starke Abwehr zu belohnen. Der Satz ging 22:25 verloren.

Unverändert in der Aufstellung, aber mit dem Wissen, dass mehr drin ist starteten wir in den zweiten Satz und siehe da, es lief. Gleich zu Anfang gingen wir 4:0 in Führung und kamen zu keinem Zeitpunkt des Satzes in die Situation eines Rückstandes. Klasse Jungs! Ein bärenstarker Kevin, stabile Annahme allgemein sowie die sich kontinuierlich steigernden Mitten in Form von Pistol-Pete und Michael „der Henker“ Heinker … jedenfalls müssen sie Reudnitz so vorgekommen sein, wie die Spitznamen es betiteln. Ein ums andere Mal wurde erfolgreich zugefasst oder reingestopft. Für Axel gibt’s leider keinen Spitznamen, der beschreiben kann wie er gespielt hat… allerdings sollte an dieser Stelle ein Zitat eingebracht werden: „IMPERIAL“. Gefühlte 90% Killquote über die Diagonale, dass muss man erstmal schaffen. Der Satz ging mit 25:23 deutlich an uns.

„Never change a runningsystem“ und auch im dritten Satz begannen wir unverändert. Lange spielten wir mit Reudnitz auf Augenhöhe, gerieten ein-zwei Punkte in Rückstand, blieben aber in Schlagweite. Ende des Satzes gewann Reudnitz Oberwasser und begann sich langsam und stetig abzusetzen. Besonders der mangelnde zu erzeugende Druck von uns war erneut dafür ausschlaggebend wie im ersten Satz. Die Einwechslungen von Daniel und Torsten konnten daran auch nichts mehr ändern. 20:25 der Endstand.

Im vierten Satz wollte Elvis frischen Wind auf die Außen bringen. Rübe und Torsten durften beginnen. Das Bild blieb aber unverändert zum dritten Satz. Die megastarken Mitten, sowie Axel auf Dia und die glanzvollen Heldentaten von Kevin konnten nicht ausgleichen, was auf Außen nicht klappte. Dazu noch einige Annahmefehler und der leichte Rückstand war wieder da. Reudnitz brachte den Satz souverän zu Ende und wir standen da … 19:25 und somit 1:3 verloren, aber immerhin prangert durch den gewonnenen Satz  jetzt ein hässlicher kleiner Textimafleck (wobei ein Textimafleck eigentlich nicht hässlich sein kann) auf der ansonsten blütenweißen Reudnitzer Weste. Und außerdem wissen wir doch, dass wir auswärts gegen Reudnitz stärker sind ;-)

Unterm Strich steht der erste Heimsieg der Saison und ein gutes, wenn auch nicht perfektes, Spiel gegen Reudnitz. So konnten wir also endlich zu Hause, neben dem optischen Aspekt, auch mal spielerisch überzeugen.

Es spielten: Urmännl, der Geburtstagsaxel, Jenser, Daniel, Pistol-Pete, Toffi, Henne, Kevin, Micha, Rübe, Sasch, Torsten

Grübelnd an der Linie: Elvis

Torsten

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 14. November 2011 um 09:18 Uhr
 
 
  © 2007 - 2018 by adagge.de